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Altenbeuern

Altenbeuern

Der Ortsteil Altenbeuern, seit 1970 eingemeindet, liegt am östlichen Ortseingang der Marktgemeinde Neubeuern. Altenbeuern schmiegt sich windgeschützt an den 909 m hohen Dandlberg, den höchsten Punkt Neubeuerns. Die Terrassenlage von Altenbeuern wurde bereits von den Römern als Durchgangsstraße genutzt, um den Innfluten auszuweichen.

Heute ist Altenbeuern ein beliebter Ausgangspunkt für Wander-, Rad- und Mountainbiketouren. Von hier aus genießt man bei guter Wetterlage einen wunderbaren Blick auf die Rosenheimer Berge.

Die Dorfmitte liegt an der Samerstraße, die Nußdorf, Neubeuern und Rohrdorf verbindet. Umgeben ist die Kirche von sehenswerten alten Höfen. Drei der vier Moarhöfe im sogenannten Oberdorf stehen als historisches Ensemble unter Denkmalschutz. Die Landwirtschaft bestimmt noch heute den Tagesrhythmus im Dorfkern. Beliebte Treffpunkte in Altenbeuern sind der Dorfwirt und das Café Leitner.

Altenbeuern umfasst zum einen die Dorfmitte aber auch zahlreiche Höfe und Weiler, die weit verstreut den ländlichen Charme der Gemeinde ausmachen. Holzham, Freibichl, Wieslering, Pinswang, Nockl, Sollach, Schlecht – das sind die Namen, die dem Wanderer im Ortsteil Altenbeuern begegnen, der sanft in Richtung Dandlberg bis zu einer Höhe von 909 Meter ansteigt und herrliche Ausblicke eröffnet.

Ein besonderer Ort in Altenbeuern ist das Bürgl, ein Buchenhain mit Freilichtbühne und dem Platz für das jährliche Waldfest des Altenbeurer Trachtenvereins Immergrün. Schön ist es hier zu jeder Jahreszeit, auch ohne Festbetrieb.

Gleich oberhalb der Altenbeurer Kirche führt die kleine Straße nach Hinterhör, dem früheren Landgut des Schlosses, wo sich auch der Mühlsteinbruch befindet. Von dort geht ein romantischer Weg durch den Wald nach Althaus, wo einst die erste Burg Beuerns stand.

Geschichte Altenbeuerns

Das Haufendorf Altenbeuern, einst mit eigener Burg (Althaus) erscheint als "ad burones" in einer Güterbeschreibung des Hochstiftes Salzburg der Zeit 788/790 unter den zahlreichen Salzburger Eigenkirchen am tirolerisch-bayrischen Innbogen von Radfeld bei Rattenberg bis Riedering. Einst führte eine Römerstraße über die sonnige Hochterrassen von Altenbeuern. Ihre Spuren sind auch heute noch zu finden. Es ist ein langer geschichtlicher Weg von der Pfarrkirche "ad burones" bis zur Marktgemeinde Neubeuern.

Gedenkstein Burg Althaus Die Burg Althaus

Auf dem Hügel nördlich des früheren Sedlhofs Althaus stand die 1. Burg Beuerns. Von ihr ist kaum etwas erhalten: ein Zisternenbrunnen, der 25 m tief sein soll und einige Mauerreste. Als Entstehungszeit der Burg wird ungefähr 1130 angenommen.

Die Anlage kann dem Gelände nach nicht groß gewesen sein. Wahrscheinlich ein Wehrturm und einige hölzerne Gebäude innerhalb des Befestigungsrings.

1606 heißt es von der Burg Altenbeuern: ...ist ein Schloss und Edlmans Sitz durch das Wildfeuer abgebrannt und unbewohnbar.

 

Der Altenbeurer Löwe im Wappen von Altenbeuern Das Altenbeurer Wappen - So kam der Löwe in das Altenbeurer Wappen

Bevor der Ritter von Althaus bei Altenbeuern dem Kaiser auf den Kreuzzug folgte, zerbrach er beim Abschied vor seiner Burgherrin seinen Ehering. Eine Hälfte gab er seiner Gemahlin, die andere behielt er bei sich. Er beschwor die edle Frau, ihm fünf Jahre die Treue zu halten. Käme er in dieser Zeit nicht zurück oder schicke er ihr nicht seine Hälfte des Ringes, so sei er sicher tot. Dann könne sie an eine neue Vermählung denken.

In fernen Landen kam der Ritter in Gefangenschaft. Dabei verging ein Jahr um das andere. In Gedanken war er immer bei seinen Lieben daheim in Altenbeuern. Es ergab sich keine Möglichkeit, seine Frau zu verständigen. Eine Flucht war gänzlich unmöglich. Er betete täglich um eine glückliche Heimkehr, er schmiedete allerlei Fluchtpläne, er versuchte seine Bewacher zu bestechen, aber das war alles vergebens.

Nun waren die fünf Jahre seit seinem Auszug von Althaus fast um. Da stand eines Tages plötzlich der Teufel vor ihm. Er versprach ihm, ihn umgehend nach Hause zu bringen, wenn er ihm, dem Leibhaftigen, die erste lebende Seele opfern würde, die ihnen daheim am Burgtor entgegenkäme.

Das aber war eine riskante Bedingung. Doch eine innere Stimme drängte den Althauser, auf den Handel einzugehen. Doch wollte er einen jungen Löwen, den er aufgezogen hatte, mitnehmen. Das Tier war in der Gefangenschaft sein einziger Freund geworden und so hingen sie beide sehr aneinander. Dagegen hatte der Gottseibeiuns nichts einzuwenden.

Kaum hatte der Ritter dem Teufel sein Einverständnis gegeben, ging es auch schon mit Sturmgebraus hoch in die Lüfte, und es dauerte gar nicht lange, da standen sie auch schon vor dem Tor der Altenbeurer Burg. Hier stieß der verstörte Löwe ein so fürchterliches Gebrüll aus, daß ein Schwein in seiner Suhle hinterm Burgtor aufschreckte, mit seinen Jungen aus dem Tor rannte und das Weite suchen wollte. "Das ist das erste lebende Wesen, das uns begegnet! Nimm es und verschwinde!" rief der Ritter dem Teufel zu. Da fuhr der Böse mit einem Donnerschlag und schrecklichem Gestank verbreitend davon.

Die Burgfrau hatte daheim getreulich ausgeharrt, obwohl sie jetzt nicht mehr an die Rückkehr ihres Gemahls geglaubt hat. Auf den Krach hin, den der Teufel verursacht hatte, eilte sie in den Burghof. Dort fielen sich die Wiedervereinten überglücklich in die Arme. Zwei Tage darauf gab es ein großes Fest der Wiederkehr.

Nun scheint festzustehen, warum das alte Wappen von Altenbeuern einen Löwen zeigt, der aus vollem Halse brüllt. Auch findet sich im Friedhof von Altenbeuern ein Grabstein, auf dem ein Löwe an einer Kette dargestellt ist.

Quelle:
Einmayr Max, Inntaler Sagen, Sagen und Geschichten aus dem Inntal zwischen Kaisergebirge und Wasserburg, Oberaudorf 1988, S. 160

Dreifaltigkeitsdarstellung mit Salzburger Bistumspatronen Die Kirche Allerheiligste Dreifaltigkeit in Altenbeuern

Dieser Kirchenbau feierte 1994 sein 500-jähriges Bestehen. Bis 1841 behielt die Kirche ihren gotischen Sattelturm, dann wurde ihr der neugotische Helm aufgesetzt. Aus der Zeit des Baus stammt die seltene Darstellung der Dreifaltigkeit im Hochaltar. Drei gleiche Figuren im Christustypus mit Krone, Zepter und Reichsapfel werden durch einen Prunkmantel zusammengefasst. Begleitet wurde die Gruppe von den Salzburger Bistumspatronen Rupert und Virgil.

Sehr interessant sind drei Holzepitaphe, wie sie in Dorfkirchen nur selten vorkommen. Das Mair-Epitaph (um 1600) mit der Geschichte der Arche Noah (Schiffbau in der Art im 1600). Das Pachhammer Epitaph mit der Erweckung des Lazarus. Das Epitaph eines Unbekannten (aus der selben Zeit) mit der Heilsgeschichte im Alten und Neuen Testament. An der Nordwand befinden sich Teile eines Freskenzyklus, eine Nikolaus-, eine Georgs- und eine Christophorusdarstellung. (Schiffleut-, Schiffreiter- und Fährleutpatrone).

Die Darstellung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit bedarf besonderer Erwähnung. Ein Rosenheim Bildhauer hat sie um 1500 geschaffen. Diese Art der Darstellung wurde im Tridentinischen Konzil verboten. Altbayrische Beharrlichkeit hat sie erhalten! Der theologische Hintergrund ist der Text der Dreifaltigkeitspräfation und die Tatsache, dass Gott in Jesus sichtbar geworden ist. Darum wird auch Gottvater und der Hl. Geist im Christustypus dargestellt. Sie haben die "gleiche Fülle in der Herrlichkeit" (Szepter, Krone und Reichsapfel), "die Verschiedenheit in den Personen" (drei Gestalten), "die Einheit im Wesen" (gleiche Gesichter und ein Mantel, der alle drei umgibt).

Auszug aus dem Kirchenführer erstellt von Herrn Pfarrer Josef Reuder und zu erwerben in der Kirche in Altenbeuern oder der Pfarrkirche in Neubeuern.

Die Kirche ist tagsüber offen und lädt ein zu Besinnung und Gebet!

Dreifaltigkeitskirche in Altenbeuern Gottesdienste in Neu- und Altenbeuern

Sonn- und Feiertage: 10 Uhr Pfarrkirche Maria Empfängnis Neubeuern
19.00 Uhr Dreifaltigkeitskirche in Altenbeuern

Mittwoch: 19.00 Uhr Dreifaltigkeitskirche in Altenbeuern
Donnerstag: 19.00 Uhr Pfarrkirche Maria Empfängnis Neubeuern

Die Termine für Kinder -und Familiengottesdienste entnehmen Sie bitte dem aktuellem Pfarrbrief!

Der Friedhof von Altenbeuern

In alter christlicher Tradition hat man den Gottesacker um die Kirche angelegt. Die Achtung vor einem gelebten Leben, aber auch die Hoffnung auf die Auferstehung findet darin ihren Ausdruck.

In alter Zeit befand sich auf dem Friedhof (an Stelle der Gruftkapelle) ein Beinhaus mit Ölbergkapelle. Die jetzige Ölbergkapelle wurde 1886 erbaut und zuletzt durch die Initiative der Gebirgsschützen renoviert. In Trauer stellt sie die Todesangst Christi vor Augen.

Der Tod hält das Leben fest. Diese eigenartige Erfahrung macht man beim Gang über den Friedhof. Da sind auch die ehemals Mächtigen:

  • an der Turmwestseite Grabplatten des Herrschaftsrichters Anton Spaiser
  • an der Südseite des Turms zwei klassizistische Grabsteine des herrschaftlichen Zimmerermeister Georg Rieder
  • an der Nordseite der Kirche das klassizistische Grabmal des Bäckermeisters Franz Xaver Winter (1815))

Das Mausoleum

An der Westseite der Kirche steht das Mausoleum des Freiherrn von Wendelstadt, verstorben 1909. In der Nähe der Gruft das Grab der Mühlsteinhändler- und Schiffmeisterfamilie Niedermayer von Hinterhör.

Leben und Schicksal der Verstorbenen wird lebendig, wenn man langsam den Friedhof durchschreitet. Texte dieser Seite entstammen dem Kirchenführer "Kirche Altenbeuern" erstellt von Herrn Pfarrer Josef Reuder und zu erwerben in der Kirche in Altenbeuern oder der Pfarrkirche in Neubeuern.

Kriegerdenkmal

An die Opfer der Kriege erinnert das 1925 vom Trachtenverein Altenbeuern errichtete Mahnmal an der Ostseite der Kirche